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Verb
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Das Verb (oder Verbum, Plural dann: Verba; Herleitung von lateinisch verbum temporale âzeitliches Wortâ oder einfach von verbum âWortâ),cite-ref-georges-1-0[1] deutsch auch Zeitwort, Tätigkeitswort und im Schulgebrauch unterer Klassen Tu(n)wort, ist in der Grammatik eine Wortart. Die Trennung zwischen Verb und Substantiv wird als die fundamentalste Unterscheidung im Bereich der Wortarten angesehen, da hierin die Aufteilung elementarer Sätze in das Prädikat und sein Subjekt angelegt ist. Bei Autoren der Antike wurden anfangs Bezeichnungen fĂźr âVerbâ und âPrädikatâ auch nicht eindeutig unterschieden.
Mit Blick auf diese Hauptunterscheidung wird diskutiert, ob alle Sprachen Verben und einen Kontrast zu Substantiven aufweisen mĂźssen (während die Ăźbrigen Wortarten in einer Sprache eher abwesend sein kĂśnnten). Die Bestimmung von Wortarten in allgemeiner Form und unabhängig von der Grammatik einer Einzelsprache stĂśĂt aber auf Schwierigkeiten; so werden auch zur Bestimmung der Kategorie Verb in wechselnder Weise verschiedenartige Kriterien herangezogen, die sich auf die Bedeutung, das grammatische Verhalten oder die Formenbildung stĂźtzen.
Auf der Bedeutungsseite bezeichnen Verben typischerweise eine Tätigkeit, ein Geschehen oder einen Zustand, wie die Beispiele âarbeitenâ, âherunterfallenâ bzw. âfehlenâ. Eine Definition hierauf zu stĂźtzen, hat die Schwierigkeit, dass auch noch eine Reihe anderer Bedeutungstypen von Verben vorkommen, und umgekehrt kĂśnnen auf ihre eigene Weise auch Substantive Ereignisse oder Zustände bezeichnen (âdie BemĂźhungenâ, âder Sturzâ bzw. âder Mangelâ). Daher werden grammatische Eigenschaften in der Definition von Verben oft zusätzlich herangezogen oder sogar ausschlieĂlich verwendet.
Im Mittelpunkt steht hierbei, dass Verben alleine als Prädikat des Satzes dienen kĂśnnen. In dieser Funktion hängen vom Verb dann grammatische Ergänzungen wie Subjekt und Objekt ab. DarĂźber hinaus tragen Verben in verschiedenen Sprachen grammatische Merkmale, die auch zur Bestimmung der Wortart mit herangezogen werden: Im Deutschen zeigen Verben in ihren sogenannten Personalformen eine MerkmalsĂźbereinstimmung (Kongruenz) mit dem Subjekt des Satzes, zusätzlich zeigen sie Formen fĂźr Tempus (Zeitstufe) und Modus. Zusammengefasst spricht man hier auch von den Konjugationsformen des Verbs. In der deutschen Grammatik wird das Verb daher oft als âkonjugierbare Wortartâ bestimmt. In vielen Sprachen sind andererseits gerade solche Konjugationsmerkmale vĂśllig abwesend.
Contents
⢠Etymologie
⢠Verbvalenz
⢠Verbbedeutung
⢠Aktionsart
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Etymologie
Der Ausdruck Verbum ist eine gelehrte Entlehnung des 15. Jahrhunderts von lateinisch verbum âWort, Ausdruck; Zeitwortâ.cite-ref-georges-1-1[1] Die gekĂźrzte Form Verb taucht erst im 18. Jahrhundert auf.cite-ref-2[2]
Das lateinische Wort verbum wurde fĂźr das griechische Wort ῼáżÎźÎą rhĂŞma verwandt,cite-ref-3[3] das allgemein âRede, Wort, Ausspruchâ bedeutet,cite-ref-4[4] spezifischer aber bei Aristoteles auch das Prädikat in einem Urteil bezeichnet, also eine Aussage, die auf ein Subjekt bezogen ist.cite-ref-5[5]
Definition der Wortart Verb
Wortarten werden meist durch ein BĂźndel verschiedenartiger Kriterien definiert, vor allem Eigenschaften der Wortbedeutung, der Formenbildung (Flexion) und syntaktische Eigenschaften. Je nach Einzelsprache ergeben sich aber unterschiedliche Merkmale, an denen die Einteilung dann konkret festgemacht werden kann.
Definitionen fĂźrs Deutsche
In der Germanistik wird meist eine dreiteilige Definition des Verbs gegeben:cite-ref-6[6] Das Verb
⢠ist die einzige âkonjugierbareâ Wortart des Deutschen (d. h. hat Personal- und Tempusformen; daher auch Zeitwort genannt),
⢠bezeichnet (typischerweise) Tätigkeiten oder Geschehnisse (daher auch Tätigkeitswort genannt)
⢠und dient als Prädikat des Satzes (andere Wortarten kÜnnen dabei lediglich hinzutreten).
Teilweise wird die Konjugation als alleiniges Definitionsmerkmal benutzt, mit der BegrĂźndung, dass die Angabe von typischen Bedeutungskategorien nur âLeerformelnâ ergebe, weil diese eben nie die gesamte Klasse erfassten.cite-ref-7[7] Problematisch ist zudem, dass es auch Substantive gibt, deren Bedeutung zunächst als âTätigkeitâ oder âEreignisâ beschrieben werden mĂźsste (Beispiele: âZubereitungâ, âEreignisâ, âAnkunftâ).
Die schulgrammatische Bezeichnung Tätigkeitswort wird auch aus anderen GrĂźnden kritisiert: Wenn diejenigen Verben zusammengestellt werden, die in einem Textkorpus am häufigsten sind, so kann man finden, dass Verben, die âTätigkeitenâ bezeichnen, klar in der Minderzahl sind gegenĂźber Hilfsverben, Modalverben oder Nicht-Tätigkeits-Verben wie âkommen, wissen, bleiben, leben, liegenâ.cite-ref-8[8]
Ansätze zu einer allgemeingßltigen Definition
Die Formenbildung der Verben ist je nach Einzelsprache sehr verschieden; manche Sprachen zeigen diese auch gar nicht (Isolierender Sprachbau). Daher stĂźtzt man sich fĂźr eine allgemeine Bestimmung im Sprachvergleich (im Rahmen der Sprachtypologie) bevorzugt auf inhaltliche oder syntaktische Eigenschaften, um die Kategorie âVerbâ zu identifizieren.
Verben als WĂśrter, die zeitliche Dynamik codieren
Auch wenn der Ansatz zu finden ist, dass Verben âprototypischâ die WĂśrter sind, die Ereignisse bezeichnen, wird meist anerkannt, dass Bedeutungseigenschaften, mit denen Verben zuverlässig identifiziert werden, allgemeinerer Natur sein mĂźssten (wenn es solche Ăźberhaupt gibt).
So gibt es den Ansatz, Verben als die Wortart zu identifizieren, deren bezeichnete Gegenstände die geringste âZeitstabilitätâ aufweisen,cite-ref-9[9] also dynamische Situationen und zusätzlich gewisse statische Situationen, jedoch nicht die maximal zeitstabile Sorte der âDingeâ. Hiernach kĂśnnen Sprachen sich darin unterscheiden, ob sie den mittleren Bereich der Zeitstabilität, Zustände, auch noch der Klasse Verb zuschlagen oder in Form einer eigenen Wortart abtrennen (Adjektive).
Eine verfeinerte Version dieser Sicht besagt, dass Verben veränderliche Situationen in einer Weise bezeichnen, dass ihr Verlauf in der Zeit abgebildet wird. Unabhängig von grammatischer Formenbildung erhalten sie demnach in ihrer Interpretation Bedeutungsmerkmale wie Aktionsart, die Einzelheiten einer zeitlichen Gliederung betreffen. Im Unterschied hierzu bezieht sich die Bezeichnung des Verbs als âZeitwortâ meist auf die Existenz von Tempusformen bzw. Aspektformen, die viele Sprachen aber nicht zeigen.
Es kann dann eingeräumt werden, dass auch Substantive Ereignisse bezeichnen kĂśnnen, aber im Gegensatz zu Verben wĂźrden sie Ereignisse als Gegenstände fassen, ohne ihren zeitlichen Verlauf zugänglich zu machen (anders gesagt: Ereignisse werden durch Substantive âreifiziertâ).cite-ref-10[10] In beiden Fällen orientiert sich die Definition an einem grundlegenden Bedeutungskontrast zwischen Verb- und Substantivbedeutungen, wobei Substantive sich dann durch ihre Verbindung zum Akt des Referierens (auf Dinge, aber unter Umständen auch Ereignisse) auszeichnen (siehe im Artikel Substantiv).
Verben als WÜrter, die sich unmittelbar als Prädikat eignen
Ein anderer Ansatz, der in verschiedenen Varianten ausformuliert worden ist, hebt darauf ab, dass Verben das Zentrum des Satzes bilden. Verben seien dann die Wortart, die als Prädikat eines Satzes direkt geeignet ist â also ohne zusätzliche grammatische Mittel zu erfordern. Dies kann insbesondere so gefasst werden, dass Verben im Satz eine strukturelle Beziehung zu einem Subjekt begrĂźnden.cite-ref-11[11] Die Bedeutung dieses Kriteriums lässt sich an einem Vergleich zwischen einem Verb und einem Adjektiv im Deutschen zeigen, etwa dem Verb feiern und dem Adjektiv treu:
⢠âDie Fans feierten ihren Club.â
⢠âdie ihrem Club seit langem treuen Fansâ
Beide WÜrter haben in logischer Betrachtung zwei Argumente (Ergänzungen), in prädikatenlogischer Notation:
⢠treu (x,y) â (âx ist dem y treuâ)
⢠feiern (x,y) â (âx feiert yâ)
Beide WĂśrter verlangen ein Objekt (y = âihr Clubâ). Jedoch nur das Verb feiern verlangt auch ein Subjekt als seine Ergänzung â das Adjektiv treu bezieht sich ebenfalls auf eine x-Variable, diese jedoch entspricht in der Grammatik dem Substantiv, von dem die Adjektivkonstruktion selbst als Attribut abhängig ist (x = âdie Fansâ). Der Unterschied zum Verb ist also, dass das Adjektiv sein âlogisches Subjektâ nicht als seine grammatisch abhängige Ergänzung realisieren kann (dies geschähe dann innerhalb der Adjektivphrase). Ein Subjekt als Ergänzung wird erst mĂśglich, wenn das Adjektiv mit einem Verb zusammen ein Prädikat bildet:
⢠â⌠weil die Fans ihrem Club seit langem treu sind.â
Das Kopulaverb sein ist dann genau der oben angedeutete Fall, in dem âzusätzliche Mittelâ erforderlich sind, um im Satz eine Prädikation zu bilden. â Ebenso wie Adjektive verhalten sich Präpositionen, z. B. ist die Bedeutung der Präposition in eine zweistellige Relation âx in yâ, aber die Präposition hat grammatisch kein eigenes Subjekt.
(Was mit dem dargestellten Argument angesprochen ist, ist das Auftreten eines Subjekts als grammatische Ergänzung, die eine semantische Rolle erhält. Trotzdem kann es sein, dass zusätzliche grammatische Bedingungen zu erfßllen sind, um das Subjekt tatsächlich zu realisieren, etwa dass Nominativkasus nur bei finiten Verbformen verfßgbar ist. Genaueres im Abschnitt #Das Verb als Zentrum des Satzes).
Das Verb als Sprachuniversale
â
Hauptartikel
:
Wortart
Im Zusammenhang mit der Frage nach einer allgemeingĂźltigen Definition des Verbs wird diskutiert, ob die Kategorie Verb in allen Sprachen vorliegt (also ein Sprachuniversale ist), bzw. ob alle Sprachen eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Substantiv (Nomen) und Verb enthalten.cite-ref-12[12] Verschiedene Sprachen sind als Beispiele dafĂźr angefĂźhrt worden, dass dies nicht der Fall sein mĂźsse, dies ist aber weiterhin Gegenstand von Kontroversen. Gegenbeispiele kĂśnnen so aussehen, dass sich zwar die typischen Funktionen von Substantiven und Verben trennen lassen, aber diese nicht bestimmten WĂśrtern oder Wortstämmen fest zugeordnet sind; es gäbe dann Verben zumindest nicht im klassischen Sinn einer festgefĂźgten âWortartâ (ein mĂśgliches Beispiel ist die altchinesische Sprachecite-ref-13[13]). Eine andere MĂśglichkeit ist, dass eine Sprache alle AusdrĂźcke syntaktisch derselben Kategorie zuordnen kĂśnnte, etwa dass auch Prädikate sich nach verschiedenen Kriterien als ânominalâ erweisen (vgl. das Phänomen des Verbalnomens) oder dass alle WĂśrter im Grunde Prädikate sind (eine solche Analyse wurde fĂźr das Klassische Nahuatl vorgeschlagencite-ref-14[14]).
Das Verb im Lexikon
âLexikonâ bezeichnet in der Sprachwissenschaft das Inventar der WĂśrter in einem abstrakten Sinn, vor allem auch hinsichtlich seines Zusammenspiels mit dem Regelapparat der Grammatiktheorie. Hier ergeben sich verschiedene Verbklassen je nach ihrem Status als lexikalische Einheiten.
Vollverben und Verben mit grammatischer Funktion
Eine grundlegende Unterscheidung besteht zwischen Vollverben einerseits und Verben mit schwächeren Bedeutungen und eher grammatischer Funktion andererseits. Die Dudengrammatik nennt letztere âVerben mit Spezialfunktionenâ.cite-ref-15[15] Diese sind dann keine eigentlich âlexikalischenâ, sondern grammatische Elemente; sie bilden dementsprechend auch geschlossene Klassen, d. h. der Bestand ist nicht regelhaft erweiterbar. Hierzu zählen
⢠Hilfsverben, die grammatische Kategorien im engen Sinn ausdrßcken, wie Tempus, Diathese (Aktiv/Passiv) etc.
⢠Modalverben
⢠Kopulaverben
⢠Funktionsverben und Leichtverben
sowie weitere Zwischenformen und verwandte Begriffe (wie Modalitätsverb, GefĂźgeverb). Es gibt zwischen lexikalischen Verben (Vollverben) und Hilfs- / Modal- / Funktionsverben historische Ăbergänge, bei denen die ursprĂźngliche Bedeutung eines Vollverbs âausbleichtâ und sich zu einer grammatischen Kategorie weiterentwickelt. Ein Beispiel sind Hilfsverben des Futurs in vielen Sprachen, die historisch auf Bewegungsverben beruhen. Siehe auch allgemein hierzu den Artikel Grammatikalisierung.
Der vorliegende Artikel konzentriert sich im Folgenden auf Vollverben. Viele Merkmale, mit denen Ăźblicherweise âVerbenâ charakterisiert werden, liegen bei Hilfsverben nicht mehr vor. Jedoch die Konjugation mit den Merkmalen finiter Verben (Tempus, Modus, Subjektkongruenz) zieht in aller Regel ein Hilfs- oder Modalverb im Satz an sich, während das Vollverb dann in eine infinite Form gesetzt wird.
Wortbildung des Verbs im Deutschen
Ein Verb, das als nicht weiter zerlegbares Wort im Lexikon enthalten ist, wird als Simplex bezeichnet. (Voll-)Verben kĂśnnen jedoch auch von Adjektiven abgeleitet werden (âdeadjektivische Verbenâ) (etwa âschwarz â schwärzenâ) oder von Substantiven (âdenominaleâ Verben, Desubstantivierung, etwa âProgramm â programmierenâ). Siehe allgemein hierzu den Artikel Derivation (Linguistik). Ferner existieren Ableitungen von Verb zu Verb, wie der sogenannte verbale Diminutiv: âlach-en â läch-el-nâ. Präfixverben entstehen oft aus einem einfachen Verb (âzahlen â bezahlenâ), gelegentlich aber auch mit nominalem Stamm (Dach â âĂźberdachenâ).
Während Verben als Erstglied eines Kompositums unproblematisch und häufig sind (wie in âRĂźhr+gerätâ), ist es umstritten, ob oder inwieweit Komposition zur Bildung von zusammengesetzten Verben existiert, also mit Verb als Grundwort. Solche umstrittenen Fälle sind beispielsweise:
⢠âkennenlernenâ, âspazierengehenâ
Bei diesen Fällen handelt es sich eher um syntaktische Verbindungen aus zwei Verben, da auch der erste Teil eine Infinitiv-Flexion aufweist.cite-ref-16[16] Ebenfalls ist strittig, ob Partikelverben als Komposita zählen sollten (etwa âschlagen â einschlagenâ). Die Trennbarkeit dieser Formen im Satz (âschlägt...einâ) zeigt, dass sie in einem schwer zu bestimmenden Bereich zwischen Syntax und Wortbildung angesiedelt sind.
Deverbale Wortbildung
Verbreitet ist die Weiterbildung von Verben zu
⢠Adjektiven (Adjektivierung), z. B. âessen â essbarâ
⢠Substantiven (Substantivierung bzw. Nominalisierung), z. B. âzubereiten â Zubereitungâ
Bei diesen Ableitungsrichtungen gibt es auch Fälle von unvollständigem Kategoriewechsel; die Produkte der Ableitung behalten dann gewisse verbale Eigenschaften und verhalten sich als âMittelwĂśrterâ. In europäischen Sprachen sind solche MittelwĂśrter zwischen Verb und Adjektiv häufig anzutreffen, siehe den Artikel Partizip. Ein Mittelwort zwischen Verb und Substantiv, also eine unvollständige Substantivierung eines Verbs, wird als Gerundium bezeichnet.
Das Verb als konjugierbare Wortart
â
Hauptartikel
:
Konjugation (Grammatik)
und
Deutsche Konjugation
Der Begriff der Konjugationsform
Insbesondere bei flektierenden Sprachen bezeichnet man die Formenbildung von Verben als Konjugation. Konjugationsformen sind also Verbformen, besonders wenn sie als Abwandlung des gesamten Worts mithilfe weniger Endungen erfasst werden kĂśnnen. Manche Sprachen integrieren hingegen sehr viel Information in Verben, bis hin zu Bedeutungen, die in den meisten Sprachen durch abhängige Satzteile dargestellt werden. Dies fĂźhrt dann zu langen Folge von vorgesehenen Positionen (âSlotsâ) im Wortinneren des Verbs; in diesem Fall, dem sogenannten polysynthetischen Sprachbau, wird in der Regel nicht von âKonjugationâ gesprochen.
FĂźr einen Ăberblick Ăźber häufige Konjugationsmerkmale von Verben siehe die folgende Tafel zu den Verbformen des Deutschen:
Verbale Flexionskategorien und Finitheit
Bei den Verbformen unterscheiden viele, jedoch bei weitem nicht alle, Sprachen zwischen finiten Verbformen (manchmal als die eigentlich âkonjugierten Verbformenâ in einem engeren Sinn bezeichnet; Verbum finitum oder auch kurz Finitum) und infiniten Verbformen (vor allem Infinitive, Partizipien und in manchen Sprachen Verbalnomen). Wenn diese Unterscheidung existiert, sind nur finite Verben fähig, als Zentrum eines vollständigen Satzes, vor allem eines selbständigen Hauptsatzes, zu fungieren. Insofern besteht ein Zusammenhang zwischen der Formenbildung der Verben und ihrer typischen Eigenschaft, als Zentrum des Satzes zu dienen. Infinite Verben zeigen dann die verbtypischen Eigenschaften in geringerem AusmaĂ (sie kĂśnnen aber meist immer noch mit den verbtypischen Kategorien der Diathese, also insbesondere Aktiv/Passiv, sowie je nach Einzelsprache auch mit der Kategorie Aspekt versehen sein).
Flexionsmerkmale, die mit der Eigenschaft der Finitheit in Verbindung stehen, kĂśnnen insbesondere die folgenden sein (wobei die Markierungen am Verb nicht immer trennbar sind, sondern auch Kombinationen ausdrĂźcken kĂśnnen):
Dies ist eine Kategorie, die als Flexion zwar in vielen Sprachen hauptsächlich beim Verb vorkommt, aber im Prinzip bei allen Fällen von Kopf-Argument-Beziehungen (grammatischen Ergänzungen) mĂśglich ist, etwa auch zwischen Präpositionen und deren Ergänzungen. â Personalflexion kommt meistens in Verbindung mit dem Merkmal Numerus vor. Verben kĂśnnen auch Genus-Kongruenz aufweisen, beim finiten Verb findet sich dies zum Beispiel in den Vergangenheitsformen des russischen Verbs. (Häufig sind auch Systeme, in denen nur infinite Verbformen Genuskongruenz haben, etwa FranzĂśsisch oder Hindi).
⢠Tempus, deutsch Zeit oder Zeitstufe
Das Tempus bezeichnet, vom Zeitpunkt des Sprechaktes aus betrachtet, die zeitliche Lokalisierung des vom Satz ausgesagten Sachverhaltes: Präsens, Präteritum, Futur. Während dieser Typ, auch âabsolutes Tempusâ genannt, in vielen Sprachen mit finiten Verbformen verknĂźpft ist, gibt es darĂźber hinaus sogenannte relative Tempora: Dies sind Formen, die relative Vorzeitigkeit, Gleichzeitigkeit oder Nachzeitigkeit zu einem anderen Ereignis ausdrĂźcken. Relativtempora sind häufig auch in infiniten Formen verfĂźgbar (etwa im Deutschen: âIch glaubte, genug geredet zu haben.â)
⢠Modus (deutsch auch Aussageform, Aussageweise).
Er bringt die Einbettung einer Aussage in eine logische Modalität oder die persÜnliche Einstellung des Sprechers zur Realität oder Realisierung eines Ereignisses zum Ausdruck. Zum Modus kÜnnen vielfältige Unterkategorien existieren, etwa die Kategorien der Realität (Realis), der MÜglichkeit (Potentialis), der Notwendigkeit oder des Sollens (Nezessitativ, Debitiv), des Wunsches (Optativ), der Aufforderung oder des Befehls (Kohortativ, Imperativ, Jussiv), des Zweifelns (Dubitativ), der Bedingung (Konditionalis), der Irrealität (Irrealis), der Distanzierung (zum Beispiel Modus relativus) und einige andere. Der Modus kann auch grammatisch erforderlich sein, zum Beispiel der Konjunktiv im Lateinischen, der einfach von bestimmten Konjunktionen regiert wird.
⢠Satzart (bzw. weitere Satzarten auĂer Imperativ)
kann ebenfalls am Verb markiert werden. Zum Beispiel wird im Koreanischen durch die Affixe -ta und -ni der Unterschied zwischen Aussage- und Fragesatz angezeigt: nwuka oassta âJemand kam.â â nwuka oassni âKam jemand?â oder âWer kam?â.cite-ref-17[17] â Im Irischen gibt es spezielle Verbformen fĂźr den Relativsatz (siehe Relativsatz #Kennzeichnung durch spezielle Verbformen).
Die Verbindung zwischen diesen Kategorien und dem Verb ist aber nicht zwingend. So kĂśnnen beispielsweise Tempusmarkierungen auch durch unabhängige Partikeln ausgedrĂźckt werden statt in Verbformen, und in seltenen Fällen gibt es auch Tempusmarkierungen an Subjekt-Pronomen und ähnliche Fälle; siehe unter Tempus #Tempustragende Wortarten. Die Satzart âFrageâ oder z. B. âRelativsatzâ wird im Deutschen Ăźberwiegend durch die Voranstellung eines speziellen Fragepronomens / Relativpronomens markiert, nicht durch die Verbform.
Verben und abhängige Satzteile
Das Zusammenspiel von Verben mit syntaktischen Ergänzungen betrifft ßberwiegend nur die Klasse der Vollverben, im Gegensatz zu Hilfsverben etc. Im Folgenden wird zur Vereinfachung die Vorstellung eines einfachen Satzes zugrunde gelegt, der als Prädikat nur ein Vollverb enthält.
Verbklassen nach Zahl der Ergänzungen
Verben werden nach der Anzahl der geforderten Ergänzungen vor allem in folgende Klassen eingeteilt:
⢠einstellige (monovalente, einwertige) Verben
(sie) atmet, (etwas) findet statt
⢠zweistellige (bivalente, zweiwertige) Verben
(man) versteht (es), (er) schlägt (ihn)
⢠dreistellige (trivalente, dreiwertige) Verben
(jemand) entreiĂt (es ihm), (niemand) gĂśnnt (es ihm).
Ob auch vierstellige Verben existieren, ist zweifelhaft.cite-ref-18[18] â Reflexive Verben haben in mancher Hinsicht einen Zwischenstatus zwischen ein- und zweistelligen Verben.
Eine feinere Unterscheidung innerhalb der einstelligen Verben ist die zwischen unakkusativischen (oder âergativenâ) Verben und den normalen intransitiven Verben. Diese Unterscheidung besagt, dass bei den normalen einstelligen Verben die einzige Ergänzung die vollständigen Subjekteigenschaften besitzt, bei den unakkusativischen Verben hingegen hat die einzige Ergänzung gewisse Eigenschaften mit grammatischen Objekten gemeinsam.
In manchen Darstellungen werden zusätzlich auch nullstellige oder avalente Verben genannt. Damit sind Fälle gemeint, wo im Deutschen als einzige Ergänzung ein Pronomen âesâ als Subjekt auftaucht, das als inhaltsleer eingestuft wird, vor allem bei Witterungsverben wie âes regnetâ.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Dieses âesâ ist ein besonderer Untertyp der Expletivpronomen (siehe dort fĂźr genauere Diskussion). Die Auffassung von Wetterverben als nullwertig wird aber in der Literatur nicht einhellig geteilt. Da das âesâ sich in vielen Eigenschaften wie ein Satzglied verhält (z. B. ist es frei umstellbar) und da sein Erscheinen im Satz vom Verb gefordert wird, wird es auch (zumindest rein syntaktisch gesehen) als Ergänzung eingestuft.cite-ref-21[21] Dann wĂźrde der Typ âregnenâ also unter einwertige Verben fallen.
Andere Ăźbliche Einteilungen ziehen andere Grenzen zwischen den Verben. Die Begriffe transitives Verb und intransitives Verb decken sich nicht genau mit Zwei- bzw. Einstelligkeit, alleine schon, weil transitiv in verschiedenen Definitionen verwendet wird. Manche Versionen des Begriffs Transitivität schlieĂen zweistellige Verben mit bestimmten Typen von grammatischen Objekten aus, vor allem Objekte, die keine Akkusativobjekte sind, aber manchmal werden auch noch bestimmte Untertypen von Akkusativobjekten ausgeschlossen. Daher kann ein Verb, das neben dem Subjekt noch ein Dativobjekt hat, in manchen Terminologien âintransitivâ genannt werden, genauso wie ein einstelliges Verb. Stelligkeit ist insofern ein eindeutigerer Begriff.cite-ref-22[22]
Verben ohne bzw. ohne inhaltlich gefĂźlltes Subjekt heiĂen in der lateinischen Tradition Impersonalia (unpersĂśnliche Verben). Dieser Begriff besagt aber nichts Ăźber die Stelligkeit, denn er lässt offen, ob zusätzlich ein Objekt vorhanden ist oder nicht.
Verbvalenz
â
Hauptartikel
:
Valenz (Linguistik)
Neben der Festlegung, wie viele Ergänzungen gefordert werden, macht das Verb als Prädikat des Satzes auch Vorgaben Ăźber die Art und Form abhängiger Satzteile: Es verlangt z. B. Objekte mit einer bestimmten Kasusform, aber auch gewisse Adverbiale oder Prädikativa kĂśnnen verlangt sein. Die Eigenschaften, die die vom Verb ausgehenden âForderungenâ betreffen, bezeichnet man summarisch als Valenz des Verbs. Das Verb enthält demnach aufgrund der Ergänzungen, die es fordert, einen âSatzbauplanâ. Die Eigenschaften des Verbs bestimmen so Eigenschaften des Satzes wie das Vorkommen von direkten oder indirekten Objekten, Pseudo-Subjekten wie das âesâ bei Wetterverben etc. Die nicht verlangten, aber mĂśglichen Zusätze (Angaben bzw. Modifikatoren) mĂźssten dazu von den Ergänzungen abgegrenzt werden.
Diese Eigenschaften von Verben werden auch in ValenzwĂśrterbĂźchern gesammelt, die dann zu jedem Verb viele verschiedene Varianten von Satzbauplänen auffĂźhren. Beispielsweise gibt das elektronische WĂśrterbuch zur Verbvalenz des IDS fĂźr das Verb âschlagenâ (neben drei Lesarten als Veränderungsverb) neunzehn Lesarten als Einwirkungsverb an, denen jeweils ein oder mehrere Baupläne entsprechen:cite-ref-23[23]
⢠1. Subjekt befÜrdert Objekt mit einem Schlag irgendwohin
<Subjekt, Akkusativobjekt, Adverbial>
Beispiel: âEr schlug den Nagel in die Wand.â
⢠2. das Objekt hart berßhren in der Absicht weh zu tun
<Subj., Akk-Obj, (optional Adverbial)>
âEr hat das Kind manchmal (mit einem GĂźrtel) geschlagen.â
⢠⌠19. durch Schläge Zeit anzeigen
<Subj., (optional Adverbial)>
âDie Uhr schlägt (vier).â
Was den Satzbauplan formt, ist zwar in erster Linie aus der Verbbedeutung zu erklären (wie es im Modell der Semantischen Rollen versucht wird), aber hinzu kommen rein formale Anforderungen hinsichtlich Kasus, und auĂerdem kĂśnnen in einem konkreten Satz zusätzlich Prozesse hineinspielen, die die Valenz des Verbs umordnen, die sogenannten Diathesen, zum Beispiel das Passiv. Daher sind in den Anforderungen, die vom Verb ausgehen, verschiedene Ebenen unterscheidbar. Die komplexe Schichtung ist ein Grund dafĂźr, dass aus Sicht der Grammatiktheorie die Erklärungskraft des Begriffs Valenz auch angezweifelt wird.cite-ref-24[24]
Kasus-Rektion und Rektionsrichtung
Bei der Kombination mit Ergänzungen kĂśnnen Verben eine Rektionsrichtung vorgeben, Verb-Objekt- oder Objekt-Verb-Richtung, sodass sich also unterschiedliche Satzbau-Typen hinsichtlich der Reihenfolgen ergeben. Die Richtung, in der Ergänzungen gesucht werden, hängt offenkundig von der Wortart ab, im Deutschen beispielsweise regieren Verben, Adjektive und die Postpositionen ânach linksâ (sie folgen ihren Ergänzungen), hingegen Substantive und die Präpositionen regieren nach rechts (sie stehen vor ihren Ergänzungen).cite-ref-25[25] Im Englischen dagegen regieren alle Wortarten nach rechts. Die Rektionsrichtung des deutschen Verbs sieht man am deutlichsten im Infinitiv:
⢠â⌠anstatt seinem Freund das Geld zurĂźckzugeben.â
⢠âSeinem Freund das Geld zurĂźckgegeben hat er noch nicht.â
⢠âEr hat seinem Freund das Geld nie zurĂźckgegeben.â
Anders nur:
⢠âEr gab seinem Freund das Geld nie zurĂźck__â.
Das finite Verb kann aus unabhängigen GrĂźnden im Satz vorangestellt werden (letztes Beispiel oben) und somit von seinen Ergänzungen weggezogen werden (V2-Satzform). Nur durch diesen unabhängig motivierten Prozess, und wenn kein Hilfsverb im Satz vorhanden ist, gelangt das kasusregierende Verb (im Beispiel: âgabâ) vor sein Objekt; Deutsch ist jedoch zugrundeliegend eine OV-Sprache, da diese Reihenfolge sich in allen anderen Satzformen zeigt (die ersten drei Beispiele oben).
Obwohl Kasuszuweisung an Ergänzungen als eine Eigenschaft der regierenden Verben gesehen werden kann, gilt dies nicht fßr den Nominativ im Deutschen. Er hängt von der finiten Form des Verbs ab. Beim Erscheinen eines Nominativsubjekts wirken also inhaltliche Bedingungen, die vom Verb ausgehen (Valenz / semantische Rolle), mit formalen Bedingungen, die vom grammatischen Merkmal Finitheit ausgehen, zusammen.
Das Verb als Zentrum des Satzes
Siehe auch
:
Prädikat (Grammatik)
Die Beziehung zwischen Verb und Satz
Indem das Verb mit seinen geforderten Ergänzungen vervollständigt wird, wächst schrittweise der Gesamtsatz heran. Grammatikmodelle unterscheiden sich aber darin, wie das Verhältnis des âvervollständigten Verbsâ zur Kategorie des Satzes gesehen wird.
In der Tradition der Dependenzgrammatik erscheint der Satz als eine grammatische Einheit, die direkt aus der Valenz des Verbs hervorgeht. Im links abgebildeten Diagramm bedeuten die Verbindungslinien, von unten nach oben gelesen, grammatische Abhängigkeit (z. B. das Subjekt Pierre hängt vom Verb achète (kauft) ab). Die Satzstruktur wird dargestellt als die Ordnung der Abhängigkeiten zwischen den einzelnen WÜrtern. Das Verb ist hier das, wovon alles andere im Satz abhängt, es bildet hier also die Wurzel des Satzes.cite-ref-26[26]
In einer Konstituentengrammatik wird die Satzstruktur dargestellt als die Erzeugung zusammenhängender Gebilde (Konstituenten), in die schrittweise die Ergänzungen zum Verb integriert werden. Aus dem Verb und seinen Ergänzungen entsteht so eine Verbalphrase (VP), d. h. das Kategoriemerkmal âverbalâ (V) des Verbs dehnt sich auf die entstehende Konstituente aus; der maximale Bereich dieser Ausdehnung heiĂt dann Phrase. Das rechts stehende Diagramm zeigt eine Analyse des englischen Satzes in der Generativen Grammatik; hier bedeuten die Verbindungslinien das Enthaltensein in der darĂźber stehenden Konstituente (weitere Erläuterungen im nächsten Abschnitt).cite-ref-27[27]
Im Diagramm ist zu sehen, dass der Bereich, der vom Verb direkt abhängt, die Verbalphrase VP, nur einen Innenbereich des Satzes darstellt. Dies kommt daher, dass in diesem Modell in den Vordergrund gestellt wird, dass sich bei der Definition des Satzes verschiedene Ebenen trennen lassen. Hierbei ergibt sich auch eine enge Verbindung mit den Flexionskategorien des Verbs:cite-ref-28[28]
⢠Prädikation: Die Kombination des Verbs mit Ergänzungen (Argumenten) stellt nur die tiefste Ebene dar, die bereits als Satz bezeichnet werden kann. Meistens wird die VP als der Bereich definiert, in dem das Verb mit allen seinen geforderten Ergänzungen verbunden wird.
⢠Verankerung: Die Aussage des Satzes wird in der Zeit (bezßglich der Sprechzeit) und in der Modalität (bezßglich Wirklichkeit-Nichtwirklichkeit) verankert; Tempus- und Modusformen zeigen diesbezßgliche Interpretationen an. Dies ist die Kategorie der finiten Merkmale, die Kongruenzmorphologie (Personalform) des Verbs steht also ebenfalls in diesem Zusammenhang (obwohl sie zunächst die Merkmale einer Ergänzung des Verbs betrifft).
⢠Satzart der Hauptsätze vor allem Aussage-, Befehls- oder Fragesatz, ebenso die Typen von Nebensätzen wie z. B. Relativsatz, indirekter Fragesatz etc. Diese Kategorie wird durch Elemente namens Complementizer bezeichnet, abgekĂźrzt âCâ.
Das Modell der generativen Grammatik zeigt die eben genannten Ebenen als syntaktische Elemente; gegebenenfalls repräsentieren sie nur die jeweiligen Merkmale, auch ohne durch WĂśrter gefĂźllt zu werden. Die Finitheit wird in der nebenstehenden Darstellung des Englischen unter âTâ (fĂźr âTempusâ; anderswo auch als âINFLâ) als syntaktisch eigenständig angesetzt, die Merkmale der Satzart unter âCâ. Sie bilden dann ebenfalls Phrasen. (Die Existenz eines solchen âTâ im deutschen Satz wird heute mehrheitlich bezweifelt,cite-ref-29[29] wogegen sie fĂźr das Englische auch empirisch naheliegend ist. Vgl. die Darstellung unter Feldermodell des deutschen Satzes #Deutung der Feldereinteilung in der Syntaxtheorie).
Zusammengefasst wird in solchen Theorien nicht das Verb als alleiniges Zentrum des Satzes aufgefasst, sondern grammatische Merkmale, die eigenständig der Satzebene angehĂśren â aber in den Verbformen widergespiegelt sein kĂśnnen. Selbständige WĂśrter, die als âCâ die Satzart markieren, sind nebensatzeinleitende Konjunktionen wie âdass / obâ; diese hängen also nicht vom Verb ab, sondern das Verb ist umgekehrt diesen untergeordnet. Es gibt auch in der Dependenzgrammatik Modelle, die dies so handhaben und nicht das Verb als Wurzel der gesamten Satzstruktur ansetzen, sondern diesem Ăźbergeordnet eine abstrakte Einheit, die die Satzart repräsentiert.cite-ref-30[30]
Konstruktionen aus mehreren Verben
Sätze, die z. B. Hilfsverbkonstruktionen enthalten, schaffen Probleme fĂźr einfache Vorstellungen von âdem Verbâ als Zentrum des Satzes, zum Beispiel:
⢠âHarry hat soeben das Gulasch umgerĂźhrt.â
Das Subjekt âHarryâ ist inhaltlich gesehen eine Ergänzung zum Verb âumrĂźhrenâ (mit der semantischen Rolle âAgensâ). Formal-grammatisch gesehen hängt sein Erscheinen aber von dem Merkmal der Finitheit ab, die in diesem Fall nun an einem anderen Wort zu finden ist, am Hilfsverb âhatâ.
In der Dependenzgrammatik wird dies als eine Schwierigkeit diskutiert: Es wird teils versucht, eine Entscheidung zu treffen, ob die inhaltliche Abhängigkeit des Subjekts von der Valenz des Vollverbs oder seine formalgrammatische Abhängigkeit von der Finitheit â hier des Hilfsverbs â in der Dependenzstruktur zugrunde gelegt werden soll.cite-ref-31[31] In der generativen Grammatik des Englischen wird das Problem gelĂśst, indem man Transformationen benutzt, also das Subjekt von einer Position in eine andere verschiebt. Im obigen Diagramm zu âHarry stirred the stewâ ist das Subjekt zwei Positionen simultan zugeordnet, denn das Element âtâ vertritt den Ausdruck âHarryâ an der unteren Position, aus der er wegbewegt wurde: Innerhalb der VP wird so die Valenz des Verbs erfĂźllt und im zweiten Schritt die Rektion des Nominativkasus in der âTPâ, wo das finite Merkmal sitzt (ein finites Hilfsverb stĂźnde dann in der Position T).
Im Deutschen sind die Verhältnisse nochmals anders zu analysieren: Es gibt, anders als im Englischen, ein zusammengesetztes Prädikat, also eine Konstituente aus beiden Verben: âhat umgerĂźhrtâ. Dieser Satzteil erbt jeweils die Valenz und Finitheit von seinen beiden Bestandteilen, danach werden alle diese Merkmale simultan mit dem Subjekt abgeglichen. In diesem Fall ist kein einzelnes Verb, sondern das zusammengesetzte Prädikat das Zentrum des Satzes.cite-ref-32[32]
Verbbedeutung
Verben und Ereignisse
â
Hauptartikel
:
Ereignissemantik
Ein Ansatz, der sich in der Sprachwissenschaft (insbesondere der formalen Semantik) in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt hat, betrachtet die Grundlagen der Verbbedeutung als parallel zur Bedeutung von Substantiven â insofern, als beide gewisse Sorten von âGegenständenâ bezeichnen, die allerdings unterschiedlicher Natur sind. Nach diesem Modell bezeichnen die meisten Verben Eigenschaften von Ereignissen, und Ereignisse werden als eine Sorte von Gegenständen in einem weiten Sinn angesehen: Sie unterscheiden sich zwar von konkreten Dingen in ihrem Verhältnis zum Verlauf der Zeit, aber gleichen Dingen andererseits darin, dass man auf sie referieren kann â hierbei sogar konkret auf sie zeigen kann â, dass man sie zählen kann und Ăhnliches. FĂźr den Satz âEin Hund belltâ erhält man dann eine logische Struktur wie folgt:cite-ref-33[33]
⢠âe âx (Hund(x) & bellt(e) & Agens(e)=x)
= âEs gibt ein Ereignis e; e ist vom Typ bellen
und es gibt ein Individuum x; x ist vom Typ Hund
und x ist das Agens von eâ (d. h., x ist âder Bellerâ).
In diesem Modell kĂśnnen auch weitere Aussagen getroffen werden, die Parallelen zum Reden Ăźber Dinge ergeben, z. B. âEreignis e besteht aus den Teilen e1 und e2â (die Teilereignisse eines grĂśĂeren Ereignisses werden dabei oft als zeitlich hintereinander geordnet gedacht). Mathematisch wohlverstandene Relationen wie die Teil-Ganzes-Beziehung ermĂśglichen formale Bedeutungstheorien, die als algebraische Semantik bezeichnet worden sind.cite-ref-34[34] Diese spielt vor allem als theoretisches Fundament fĂźr eine Behandlung der Aktionsart (siehe unten) eine Rolle.
Daneben werden fĂźr andere Verben auch Zustände als weitere Sorte von Gegenständen angenommen, auf die man sich in derselben Weise bezieht.cite-ref-35[35] Die Bezeichnung âEreignisâ wird in einem engen Sinn so verwendet, dass sie einen Kontrast zum Begriff des Zustands bildet, in anderen Verwendungen (so wie im Wort âEreignissemantikâ) aber als eine Kategorie, die Zustände einschlieĂt â wenn dieser weite Sinn gemeint ist, ist manchmal auch genauer von âEventualitätenâ die Rede (also âereignis-artigenâ Gegenständen). FĂźr Verben, deren Verhalten von der typischen Ereignis- oder Zustandsbedeutung abweicht, gibt es auch verschiedene Vorschläge, noch weitere Sorten vergleichbarer Art einzufĂźhren, aber auch Vorschläge, bestimmte Verbtypen so zu analysieren, dass sie keinerlei ereignis-artiges Argument haben.cite-ref-36[36]
Die Bedeutung der Tempus-Formen ist aus dieser Sicht von der Bedeutung des eigentlichen Verbs deutlich zu trennen. Ereignisse kĂśnnen in der Zeit lokalisiert werden, da ihnen ein Zeitintervall zugeordnet wird: âDie Laufzeit des Ereignisses e ist das Zeitintervall tâ; die Lage dieses Intervalls t wird dann mithilfe des Tempus näher bestimmt. Die Verbbedeutung beschreibt hingegen nur, was fĂźr ein Typ von Ereignis âeâ ist. Die Bedeutungen von Verb und Tempus sind also nur indirekt verbunden, indem beide jeweils fĂźr sich Aussagen machen, die sich auf ein Ereignis âeâ beziehen.
Aktionsart
â
Hauptartikel
:
Aktionsart
Unter Aktionsart versteht man eine Einteilung von Verbbedeutungen im Hinblick auf Eigenschaften des zeitlichen Verlaufs. Klassischerweise werden vier grundlegende Typen unterschieden:cite-ref-37[37]
⢠Zustände (z. B. âdie MĂźtze liegt im Schrankâ)
⢠Aktivitäten/Prozesse (z. B.âjoggenâ)
⢠punktuelle Veränderungen (englisch: achievements) (z. B. âdas Ziel erreichenâ)
⢠ausgedehnte Veränderungen (englisch: accomplishments) (z. B. âdie Flasche Ăśffnenâ)
Zustände und Aktivitäten werden dann auch als atelische Verben zusammengefasst, die achievements und accomplishments als telische oder terminative Verben. Feinere Beschreibungen erkennen zusätzlich Semelfaktive, d. h. punktuelle Versionen von Aktivitäten an, z. B. âklatschenâ im Sinne von âeinmal in die Hände klatschenâ; diese sind dann telisch, da begrenzt, aber nicht terminativ, da ohne Veränderung.cite-ref-38[38]
Im Deutschen werden Zustände oft durch Prädikationen mit einem Adjektiv ausgedrĂźckt, aber andere Sprachen besitzen teils viel mehr Zustandsverben (z. B. lateinisch aegrotare und koreanisch aphuta âkrank seinâ; koreanisch ssata âbillig seinâ etc.). Positionsverben wie âliegen, sitzenâ haben bei belebten Subjekten wahrscheinlich Varianten, die Aktivitäten sind (âEr sitzt unruhig auf dem Stuhlâ). Die Bezeichnung Aktivitäten bei dem zweiten obigen Aktionsarttyp ist oft in einer weiten Bedeutung gemeint (so vor allem auch die engl. Bezeichnung âactivityâ), die Tätigkeitsverben (mit einem intentionalen, agentiven Teilnehmer) und Prozess-/Vorgangsverben (mit einem unbelebten Subjekt) umfasst.cite-ref-39[39]
Die hier als âVeränderungenâ bezeichneten Typen besitzen einen besonderen Kulminationspunkt, der ihr Ende markiert.cite-ref-40[40] Daraus folgt, dass ausgedehnte Veränderungen (accomplishments) aus Teilen bestehen, die nicht gleichartig sind; zum Beispiel besteht das Ereignis âdie Flasche Ăśffnenâ aus einer Phase, in der jemand mit einem Werkzeug hantiert und einem späteren Kulminationspunkt, ab dem die Flasche offen ist. Im Gegensatz dazu lassen sich Aktivitäten in Teile zerlegen, die untereinander gleichartig sind (dies ist die klassische Definition der Durativität). Zum Beispiel lässt sich die Aktivität âjoggenâ in die einzelnen Schritte zerlegen oder âsägenâ in die einzelnen Hin- und Herbewegungen der Säge. Während Aktivitäten typischerweise solche zyklischen Wiederholungen von elementaren Einzelereignissen beinhalten (von der Art der oben genannten Semelfaktive), ist dies bei Zuständen nicht der Fall: Sie sind vollständig homogen und sogar auf Zeitpunkte beziehbar. Es ergibt sich, dass Ereignisse im engeren Sinn eine bestimmte Dauer beanspruchen (seien sie auch punktuell); Zustände gelten faktisch fĂźr ein Zeitintervall, âbeanspruchenâ aber keine bestimmte Dauer.cite-ref-41[41]
Die dargestellten Teil-Ganzes-Strukturen weisen Analogien zur Beschreibung von Dingen auf:cite-ref-42[42] Es gibt abgegrenzte Dinge (analog zu kulminierenden Ereignissen, die eine feste zeitliche Ausdehnung haben) und MassenausdrĂźcke, deren bezeichnete Gegenstände nicht zählbar sind, aber durch MaĂangaben âportioniertâ werden kĂśnnen (vgl.: âeine Stunde lang Klavier spielenâ, analog: â1 kg Hackfleischâ). Unter den Massen gibt es wiederum âkĂśrnigeâ Substanzen (etwa âReisâ) und Substanzen ohne erkennbare KĂśrnung (etwa âLuftâ). Letztere sind also vollständig homogen, so wie es im Bereich der zeitlichen Teilung die Zustände sind.
Neben den vier grundlegenden Aktionsart-Klassen werden weitere Aktionsarten beschrieben, die von elementaren Ereignissen abgeleitet sind, und etwa bestimmte Phasen von Ereignissen oder Wiederholungen bezeichnen, z. B. die Anfangsphase zu einem ausgedehnten Ereignis (ingressive Aktionsart) oder die zyklische Wiederholung eines einfachen Ereignisses (iterative Aktionsart). Solche spezielleren Aktionsarten werden im Deutschen oft durch zusätzliche Ausdrucksmittel bezeichnet wie Verbalpräfixe oder zusätzliche Verben (iterative Interpretation ist allerdings meist unmarkiert). Siehe hierzu den Hauptartikel.
Modelle der Verbbedeutung
Vergabe von semantischen Rollen
â
Hauptartikel
:
Semantische Rolle
Eine Semantische Rolle ist definiert worden als diejenigen Informationen Ăźber die Beteiligung eines bestimmten Teilnehmers im Ereignis, die man aus der Verbbedeutung folgern kanncite-ref-43[43] (wobei dieser Teilnehmer in der Regel als Subjekt oder Objekt im Satz dargestellt ist).
Wenn beispielsweise ein Hund den Mond anbellt, besagt die Verbbedeutung unter anderem, dass der Hund Energie aufwendet, um Laute auszustoĂen; der Hund ist damit ursächlich fĂźr ein Lärmereignis und seine Rolle wird als âAgensâ bezeichnet. Ăber die Beteiligung des Mondes folgt eher nur seine Existenz und Sichtbarkeit, aber kein weiteres Geschehen. Wenn hingegen ein Jäger einen Zweig abbricht, folgt wiederum Verursachung und Krafteinsatz durch das Subjekt, den Jäger, aber hier auch eine charakteristische Veränderung im Objekt: Der Zweig verliert seine vorherige Form oder seinen Zusammenhalt.
In umgekehrter Blickrichtung ergibt sich, dass die Teilnehmerrollen jeweils einen Ausschnitt der Verbbedeutung widerspiegeln, die in diesem Fall als eine Menge von Folgerungen (Ăźber Teilnehmer) erscheint. Unterschiedliche Informationen aus der Verbbedeutung verteilen sich also jeweils auf die semantischen Rollen. Daher kĂśnnen Klassen von Verben angegeben werden, die sich in der Existenz einer prominenten Teilnehmerrolle spiegeln. Beispiele:
⢠Handlungsverben: Verben mit einem aktiven Teilnehmer, der Absichten hat und verwirklicht (dieser wird als Subjekt des Verbs realisiert). Beispiel: âjemanden ermordenâ.
⢠Psychologische Verben: Verben mit einem Teilnehmer, der eine bewusste Wahrnehmung hat (englisch Experiencer) (als Subjekt oder Objekt des Verbs). Beispiele: âIch fĂźrchte michâ, âEtwas ärgert michâ.
⢠Bewegungsverben werden Verben genannt, die fĂźr einen Teilnehmer eine Ortsveränderung aussagen, sofern dies der einzige aktive Teilnehmer des Ereignisses ist (die Verursachung einer Bewegung in einem anderen Gegenstand wie âden Ball Ăźbers Tor schieĂenâ fällt nicht unter Bewegungsverben, sondern nur der Typ âder Ball flog Ăźbers Torâ).
Allerdings sind auch Effekte zu sehen, dass die Semantischen Rollen nicht isoliert voneinander existieren, sondern oftmals aufeinander bezogen sind.cite-ref-44[44] Wenn etwa bei einem âPsychologischen Verbâ ein Teilnehmer eine Wahrnehmung hat, wird ein anderer Teilnehmer die komplementäre Rolle des wahrnehmbaren Stimulus haben (z. B. als das was âmich ärgertâ). Insofern gehĂśrt dann die gesamte Verbbedeutung einem einheitlichen Bereich der Wahrnehmung an.
Ein besonderes Forschungsgebiet ist Variation bei der Vergabe von Argumentrollen an syntaktische Positionen, die sogenannten Argumentalternationen (siehe auch unter Valenzalternation). Damit ist gemeint, dass in grober Einteilung âdasselbeâ Verb mit mehreren Anordnungen von Argumenten / Argumentrollen vorkommen kann, wobei es meist so ist, dass sich dabei die Verbbedeutung in feinen Einzelheiten ändert. In anderen Fällen gibt es auch sehr klare Bedeutungsunterschiede bei immer noch deutlicher Bedeutungsverwandtschaft â also Polysemie. Beispiele fĂźr solche Alternationen sind:
⢠Antikausativ-Alternation: Verben, die Verursachung einer Veränderung oder die Veränderung fĂźr sich allein als Varianten haben. Hierbei ist die verursachende Variante transitiv, die andere intransitiv. Beispiel: âDas Kind zerbricht die Tasse â Die Tasse zerbricht.â
⢠Lokativ-Alternation: Verben, die entweder einen bewegten Gegenstand oder den jeweiligen Zielort als direktes Objekt haben kĂśnnen. Im Deutschen erscheinen bei dieser Alternation Verbpräfixe, im Englischen bleibt das Verb unverändert: âSie laden die Kartons in den Wagen â Sie beladen den Wagen mit den Kartons.â
⢠Konativ-Alternation: Die DurchfĂźhrung einer Aktion entspricht der Existenz eines direkten Objekts, der Versuch oder die unvollständige DurchfĂźhrung entspricht der Existenz einer obliquen Ergänzung. Beispiel: âeinen Text schreiben â an einem Text schreiben.â
Lexikalische Dekomposition
Die Zerlegung einer Wortbedeutung in Bedeutungselemente kann allgemein als âDekompositionâ der Bedeutung bezeichnet werden; die Bezeichnung âLexikalische Dekompositionâ wird aber in der Regel spezieller auf ein System der Verbsemantik bezogen, das in dem klassischen Werk von David Dowty (1979) entwickelt wurde. Es beinhaltet ein GerĂźst aus elementaren Beziehungen, die die Verbbedeutung strukturieren, in dieses GerĂźst werden dann elementare Prädikate eingesetzt, die die inhaltlichen Einzelheiten beitragen. Dowtys Ziel war es, die oben erläuterten Aktionsart-Klassen auf diese Weise herzuleiten. Die wichtigsten strukturellen Elemente sind:
⢠BECOME: FĂźhrt das âWerdenâ eines Zustandes ein, d. h. den Ăbergang vom Nicht-Vorliegen zum Vorliegen eines bestimmten Zustands. Dieser Ăbergang wird als punktuell gesehen, m.a.W. es soll die minimale Situation bezeichnet werden, die den Ăbergang enthält.
⢠CAUSE: Eine Verursachungsbeziehung zwischen einer Aktivität und einem Zustandswechsel.
Die Kombination von BECOME mit einem Zustandsprädikat ergibt den Typ des Achievements, des einfachen punktuellen Zustandswechsels. Zum Beispiel kann âerreichenâ dargestellt werden, indem ein Zustandsprädikat der räumlichen Lokalisierung âx ist am Ort von yâ â kurz: âx BEI yâ âverwendet wird:
⢠âx erreicht das Uferâ =
BECOME (x BEI Ufer)
Das Accomplishment (ausgedehnter, verursachter Zustandswechsel) entspricht einer Verursachungsbeziehung, die zu einem BECOME-Ereignis fĂźhrt. Beispiel:
⢠âx stĂśĂt die TĂźre aufâ =
(x stĂśĂt) CAUSE [BECOME (TĂźre offen)]
Den anderen beiden Typen von Aktionsarten, Zustände und Aktivitäten, entspricht somit kein strukturelles Element, sondern sie tauchen als elementare Prädikate auf, wie oben die Zustände âbei (etwas sein)â und âoffen (sein)â oder die Aktivität âstoĂenâ. Sie kĂśnnen in einer transparenteren Darstellung fĂźr diese Eigenschaften annotiert werden. Bei Verben, die anders als das Beispiel âaufstoĂenâ nicht komplex sind, z. B. âbrechenâ ist oft nur ein Teil der Zerlegung inhaltlich spezifiziert, im Beispiel das Resultat, die verursachende Aktivität ist unbestimmt:
⢠âx (zer)bricht yâ =
(x ACT) CAUSE [BECOME (y entzwei )]
Diese Struktur ermĂśglicht offenbar Varianten mit Weglassung des Verursachungsteils, also die Antikausativ-Alternation.
In jĂźngerer Literatur sind derartige Zerlegungen so interpretiert worden, dass CAUSE und BECOME fĂźr die fundamentalste Klassifikation von Verbbedeutungen sorgen und ein GerĂźst angeben (oft als die âEreignisstrukturâ bezeichnet), auf das auch die Grammatik Bezug nimmt, oder sie werden sogar direkt in Elemente einer abstrakten Syntax Ăźbersetzt. Die eingebetteten Zustands- und Aktivitätsprädikate (neuerdings engl. als ârootsâ (Wurzeln) bezeichnet) wĂźrden im Gegensatz dazu Bedeutungseigenschaften angeben, die âidiosynkratischâ sind, also nicht in grammatischen Regeln auftauchen und nur die Wirkung haben, die Wortbedeutungen einzelner Verben zu unterscheiden. Thesen dieser Art werden in der Fachliteratur gegenwärtig kontrovers diskutiert.cite-ref-45[45]
Inhaltliche Klassifikation von Verben
Aus dem Modell der lexikalischen Dekomposition geht hervor, dass der inhaltliche Kern einer Verbbedeutung von strukturellen Aspekten der Verbbedeutung getrennt werden kann. Man kann Verbbedeutungen demnach auch in verschiedenen Hinsichten klassifizieren, nach strukturellen Klassen (dem Vorkommen von Verursachung und Veränderung) oder qualitativ-inhaltlichen Klassen (unterschiedlichen âWurzelnâ). Wie jedoch schon beim Thema Argumentalternationen angemerkt, muss man eigentlich nicht direkt âVerbenâ, sondern Interpretationen (Lesarten) von Verben klassifizieren.
Neben Verursachung/Veränderung ist auf die Existenz weiterer struktureller Bedeutungsaspekte hingewiesen worden:cite-ref-46[46] Beispielsweise haben die Verben â(jemandem etwas) geben, schulden, versprechen, vorenthaltenâ gemeinsam, dass sie Bezug auf einen Situationstyp des Transfers nehmen kĂśnnen, aber diesen in unterschiedliche, auch nichtwirkliche, Szenarien einbetten: âschuldenâ kann heiĂen âgeben mĂźssenâ, âversprechenâ kann heiĂen âeine Verpflichtung eingehen, zu gebenâ und âvorenthaltenâ heiĂt ânicht geben (obwohl man kĂśnnte oder sollte)â. In einer inhaltlichen Klassifikation kĂśnnen diese Verben aber zusammengefasst werden als Verben, die das Konzept eines Transfers in ihrer Bedeutung aufrufen. Sie zeigen auch dieselbe grammatische Anordnung ihrer Ergänzungen mit Dativ- und Akkusativobjekt.
Um inhaltliche Verbklassen zu definieren, wird eine Methode benĂśtigt, die zeigt, dass die Klassifikation sich objektiv aus dem Aufbau des Verb-Wortschatzes ergibt, nicht aus subjektiven und willkĂźrlichen Ideen der Autoren von Klassifikationen. Die bevorzugte Methode ist hier, sich auf grammatische Klassen bei der Realisierung der Ergänzungen zu stĂźtzen. In grober Einteilung wären dies die Valenzklassen (dies zeigte sich bereits im obigen Beispiel, in dem âgebenâ und âschuldenâ die gleiche Sortierung von Nominativ-, Dativ-, Akkusativergänzungen haben). Eine feinere und sehr erfolgreiche Methode ist die, die Verben danach zu klassifizieren, welche Argumentalternationen sie erlauben bzw. nicht erlauben. Die klassische Arbeit hierzu ist Levin (1993).cite-ref-47[47] Eine Testbatterie von 44 Alternationstypen (mit Untertypen) wird benutzt, um die Verben zusammenzustellen, die das gleiche Muster von zulässigen/unzulässigen Alternationen aufweisen. Die resultierenden Gruppen kĂśnnen sehr oft dann durch eine inhaltliche Generalisierung beschrieben werden. Beispielsweise erlaubt das Verb âbrechenâ eine Antikausativ-Alternation, âschneidenâ jedoch nicht; dafĂźr gibt es mit âschneidenâ eine Konativkonstruktion (âan etwas herumschneidenâ) und eine Person/KĂśrperteil-Alternation (âjemanden in den Finger schneidenâ), die mit âbrechenâ nicht auftreten (?? âjemanden am Arm brechenâ). Vergleicht man eine Zusammenstellung der Verben, die sich grammatisch genauso wie âbrechenâ verhalten mit denen, die sich genauso wie âschneidenâ verhalten, kommt man auf die inhaltliche Gemeinsamkeit, dass die brech-Verben âVerben des Zustandswechsels mit äuĂerer Verursachungâ sind, im Gegensatz zu schneide-Verben als âVerben der Einwirkung mit charakteristischer Art und Weiseâ (so beinhaltet âschneidenâ auch den Gebrauch eines Instruments). Levin (1993) filtert auf diese Weise 57 inhaltlich charakterisierbare Verbklassen im Englischen heraus, andere Forscher haben dies seither noch erweitert.cite-ref-48[48]
In der automatischen Sprachverarbeitung und Computerlinguistik besteht Interesse an einer Gesamtklassifikation von Verben, weil die KlassenzugehĂśrigkeit eines bestimmten Verbs dann Information Ăźber seine Bedeutung oder das Interpretationsspektrum liefern kann, auch wenn im Textkorpus fĂźr diesen konkreten Fall keine ausreichenden Anhaltspunkte enthalten sind.cite-ref-49[49] Daher interessiert man sich auch fĂźr eine Taxonomie, die z. B. die recht spezifischen Verbklassen aus den Alternationsstudien nochmals in ein System von Oberbegriffen zusammenfasst. Die computerlinguistische Datenbank GermaNet gibt beispielsweise als Unterteilung auf oberster Ebene folgende inhaltliche Klassifikation des Verbwortschatzes an (jede Klasse ist jeweils in viele Unterklassen gegliedert):cite-ref-50[50]
⢠Verben des Besitzes (und Besitztransfers)
⢠Verben der Lokalisierung (darunter Bewegungsverben)
⢠Emotions- und Gefßhlsverben
⢠Verben der sozialen Interaktion
⢠Verben der KÜrperfunktion
⢠Kognitive Verben (Verben der Repräsentation von Wissensinhalten)
⢠Mitteilungsverben (Verben der Kommunikation)
⢠Verben der Konkurrenz
⢠Verben des Kontaktes
⢠Naturphänomene (z. B. Witterungsverben)
⢠Verben der Erschaffung
⢠Verben der Veränderung / des Zustandswechsels
⢠Verben des Verbrauchens, Konsumierens
⢠Wahrnehmungsverben
⢠Zustandsverben
Literatur
⢠bakercroftMark Baker, William Croft: Lexical Categories: Legacy, Lacuna, and Opportunity for Functionalists and Formalists. In: Annual Review of Linguistics, 3 (2017), S. 179â197. doi: 10.1146/annurev-linguistics-011516-034134.
⢠dowty79David Dowty: Word Meaning and Montague Grammar. Reidel, Dordrecht 1979 (Neuausgabe online: Springer, Dordrecht, doi:10.1007/978-94-009-9473-7).
⢠j-c3-a4rvj-rvMarja Järventausta: Das Verb als strukturelles Zentrum des Satzes. In: Vilmos Ăgel et al. (Hrsg.): Dependenz und Valenz / Dependency and Valency: Ein internationales Handbuch der zeitgenĂśssischen Forschung / An International Handbook of Contemporary Research. Band 1 (= HSK, 25-1). De Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-014190-6, S. 717â737.
⢠levin93Beth Levin: English Verb Classes and Alternations. University of Chicago Press, 1993, ISBN 0-226-47533-6.
⢠payneThomas E. Payne: Describing Morphosyntax. A Guide for Field Linguists. Cambridge University Press, 1997, ISBN 0-521-58805-7. (Kapitel 3: Grammatical categories â 3.2: Verbs.)
⢠rothstSusan Rothstein: Structuring Events. Blackwell, Oxford 2004, ISBN 1-4051-0668-9.
Weblinks
Wiktionary: Verb
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Literatur von und ßber Verb im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠GroĂ- und Kleinschreibung von Verben im Deutschen (Wiktionary)
⢠âDas Verbâ, Online-Grammatik Canoo.net bei leo.org.
⢠Werner Bausenhart: Die deutschen Verben : et leurs Êquivalents français = and their English equivalents. Legas, New York, Ottawa 1992, ISBN 978-0-921252-22-1.
⢠Pascal Goergen: Das lexikalische Feld der deutschen inchoativen Verben, Iudicium, Mßnchen 1994, ISBN 978-3-89129-255-6.
Einzelnachweise
cite-note-georges-11. â Karl Ernst Georges: AusfĂźhrliches lateinisch-deutsches HandwĂśrterbuch. 8. Auflage, Hannover 1918 (Nachdruck Darmstadt 1998), Band 2, Sp. 3417â3419, Stichwort verbum. (bei zeno.org)
cite-note-22. â Verb. In: Digitales WĂśrterbuch der deutschen Sprache (DWDS).
cite-note-33. â Begriffsgeschichte im Ăberblick in Ursula Bredel, Cäcilia TĂśpler: Verb. In: Ludger Hoffmann (Hrsg.): Handbuch der deutschen Wortarten. De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-021507-6, S. 823â901. Siehe S. 825.
cite-note-44. â Gemoll Griechisches-deutsches Schul- und HandwĂśrterbuch, Online.
cite-note-55. â JĂźrgen Ziegler: Satz und Urteil. Untersuchungen zum Begriff der grammatischen Form. De Gruyter, Berlin 1984, ISBN 3-11-009984-5. Siehe vor allem S. 22.
cite-note-66. â Auflistung nach Michail Kotin: Verb. In: Stefan Schierholz, PĂĄl Uzonyi (Hrsg.): Grammatik: Formenlehre. (= WĂśrterbĂźcher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK), 1.1). Walter de Gruyter, Berlin 2022. Siehe S. 753.
cite-note-77. â Karin Pittner, Judith Berman: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. 4., aktualisierte Auflage. Narr, TĂźbingen 2010, ISBN 978-3-8233-6610-2. Siehe S. 15 und 18.
cite-note-88. â Matthias Granzow-Emden: Deutsche Grammatik verstehen und unterrichten. 3. Auflage. Narr/Francke/Attempto, TĂźbingen 2019. S. 23, Zusammenfassung einer Untersuchung von H. Glinz, 1977.
cite-note-99. â So auch Payne (1997), S. 47.
cite-note-1010. â Vgl. Baker & Croft (2017), S. 182 oben, unter Verweis auf ältere Arbeiten von Langacker.
cite-note-1111. â Mark Baker: Lexical Categories. Verbs, Nouns, and Adjectives. MIT Press, Cambridge (MA), 2003. Kurz zusammengefasst in Baker & Croft (2017), Abschnitt 2.3.3, S. 187 ff.
cite-note-1212. â bisangWalter Bisang: Word classes. In: Jae Jung Song (ed.): The Oxford handbook of language typology. Oxford University Press, 2010, S. 280â302. (Online: doi:10.1093/oxfordhb/9780199281251.013.0015). â Siehe Abschnitt 5.
cite-note-1313. â âLate Archaic Chineseâ nach Bisang: Word classes, Abschnitt 5.1 (letzter Absatz).
cite-note-1414. â Bisang: Word classes, Abschnitt 5.2.
cite-note-1515. â Duden. Die Grammatik, 8. Auflage. 2009. Rand-Nr. 576 / S. 414.
cite-note-1616. â Die Analyse als Komposition wird ausgeschlossen in: Wolfgang Fleischer, Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2012. â Siehe S. 373.
cite-note-1717. â Beispiele aus: Na-Rae Han: A Focus Semantic Analysis of Korean Questions. In: Proceedings of the North East Linguistic Society 30. Volume One. University of Massachusetts, Amherst 2000. Online.
cite-note-1818. â Aufstellung einschlieĂlich der Beispiele nach Peter Eisenberg: Grundriss der deutschen Grammatik. Band 2: Der Satz. 4., aktualisierte und Ăźberarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart u. a. 2013, ISBN 978-3-476-02424-4, S. 62 f.
cite-note-1919. â Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann, Bruno Strecker (& al.): Grammatik der deutschen Sprache (3 Bde.). Walter de Gruyter, Berlin 1997, S. 1079. Die dortige Erläuterung zum Wetter-es âEs dient lediglich zur Kennzeichnung des Verbstellungs- und damit des Satzmodustypsâ ist unrichtig und steht im Widerspruch zu einer späteren Erläuterung S. 1082.
cite-note-2020. â Vgl. Peter Eisenberg: Grundriss der deutschen Grammatik. Band 2: Der Satz. 4., aktualisierte und Ăźberarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart u. a. 2013, ISBN 978-3-476-02424-4, S. 62: Dort wird die These der Nullstelligkeit auf eine Arbeit von Heringer (1967) zurĂźckgefĂźhrt, Eisenberg distanziert sich jedoch davon.
cite-note-2121. â So auch Stefan MĂźller: Grammatiktheorie. 2. Auflage. Stauffenburg, TĂźbingen 2013, ISBN 978-3-86057-805-6, S. 22.
cite-note-2222. â Alternativ werden einstellige auch als absolute Verben bezeichnet. Das Gegenteil zum âabsolutenâ Verb heiĂt dann auch ârelatives Verbâ, siehe: Helmut GlĂźck (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. aktualisierte u. Ăźberarbeitete Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart u. Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3. Lemma: Absolutes Verb (S. 7), Relatives Verb (S. 561). Mit der missverständlichen Bezeichnung ârelatives Verbâ ist gemeint, dass das Verb als Relator fungiert, also eine Beziehung oder Relation zwischen zwei oder mehr Ergänzungen ausdrĂźckt.
cite-note-2323. â Beispiele nach: Grammis.de, WĂśrterbuch Verbvalenz, Eintrag schlagen II mit anhängender Linkliste âLesartenâ.
cite-note-2424. â Joachim Jacobs: Die Problematik der Valenzebenen. In: Vilmos Ăgel et al. (Hrsg.): Dependenz und Valenz / Dependency and Valency: Ein internationales Handbuch der zeitgenĂśssischen Forschung / An International Handbook of Contemporary Research. Band 1 (= HSK, 25-1). Walter de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-014190-6, S. 378â399. Zitat S. 390 (r. Sp.): âDie theoretische Brisanz der Zerlegung der Valenz in verschiedene Dimensionen liegt darin, dass diese Dimensionen unabhängig voneinander sind. Es handelt sich also nicht um verschiedene Aspekte ein und desselben Phänomens, die immer zusammen vorliegen mĂźssen, sondern um verschiedene Phänomene, die zusammen vorliegen kĂśnnen, aber nicht mĂźssen. Entsprechend muss Valenz als die (nicht-ausschlieĂende) Oder-VerknĂźpfung dieser Phänomene gedeutet werden.â
cite-note-2525. â AusfĂźhrlich: Hubert Haider: The Syntax of German. Cambridge University Press, 2010. Kapitel 1.4
cite-note-2626. â Siehe auch Järventausta (2003).
cite-note-2727. â Die Struktur entspricht späten Versionen der Rektions- und Bindungstheorie, vgl. z. B. Geoffrey Poole: Syntactic Theory. 2nd edition. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2011, ISBN 978-0-230-24394-1, Kapitel 3.3.
cite-note-2828. â Andrew Carnie: Constituent Structure. 2nd edition, Oxford University Press 2010. S. 221.
cite-note-2929. â Zusammenfassend: Hubert Haider: The Syntax of German. Cambridge University Press, 2010.
cite-note-3030. â Hans-Werner Eroms: Syntax der deutschen Sprache. De Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-015666-0. â Siehe auch Järventausta (2003), S. 726 ff.
cite-note-3131. â Vgl. Järventausta (2003), Abschnitt 4.1.
cite-note-3232. â Hubert Haider: The Syntax of German. Cambridge University Press 2010. Vor allem S. 335f.
cite-note-3333. â Terence Parsons: Events in the Semantics of English. MIT Press, Cambridge MA, 1990.
cite-note-3434. â Eine klassische Arbeit ist: Manfred Krifka: Thematic Relations as Links between Nominal Reference and Temporal Constitution. In: Ivan Sag, Anna Szabolcsi (eds.): Lexical Matters. Stanford University Press, 1992, S. 29â53.
cite-note-3535. â Terence Parsons: Events in the Semantics of English. MIT Press, Cambridge (MA) 1990, Kapitel 10.
cite-note-3636. â Claudia Maienborn: Events and States. In: Robert Truswell (ed.): The Oxford Handbook of Event Structure. Oxford University Press, 2019, S. 50â89. doi:10.1093/oxfordhb/9780199685318.013.6.
cite-note-3737. â Siehe z. B. Rothstein (2004), S. 12 ff.
cite-note-3838. â Rothstein (2004), Kapitel 8.1.
cite-note-3939. â Siehe Beispiele wie ârollen, quietschen, regnenâ in der Liste der activities in Dowty (1979), S. 67.
cite-note-4040. â Terence Parsons: Events in the Semantics of English. MIT Press, Cambridge MA, 1990, S. 23 ff.
cite-note-4141. â Vgl. Rothstein (2004), S. 23
cite-note-4242. â Ein klassischer Aufsatz hierzu ist: Emmon Bach: The Algebra of Events. In: Linguistics and Philosophy, Vol. 9(1), 1986, S. 5â16. Online.
cite-note-4343. â David Dowty: Thematic proto-roles and argument selection. In: Language 67-3 (1991), S. 547â619. Siehe S. 552.
cite-note-4444. â Dieser Punkt wird allgemein hervorgehoben in: William Croft: Event structure in argument linking. In: Miriam Butt, Wilhelm Geuder (eds.): The Projection of Arguments. CSLI Press, Stanford 1998. S. 21â63.
cite-note-4545. â Vgl. beispielsweise Kapitel 1 in John Beavers, Andrew Koontz-Garboden: The Roots of Verbal Meaning. Oxford University Press, 2020. ISBN 978-0-19-885578-1.
cite-note-4646. â Jean-Pierre Koenig, Anthony R. Davis: Sublexical modality and the structure of lexical semantic representations. In: Linguistics and Philosophy, Vol. 24 (2001), S. 71â124.
cite-note-4747. â Siehe auch die weiterfĂźhrenden Ăberlegungen in: Beth Levin: Verb classes within and across languages. In Andrej Malchukov, Bernard Comrie (eds.): Valency Classes in the World's Languages. â Vol. 2: Case Studies from Austronesia, the Pacific, the Americas, and Theoretical Outlook. De Gruyter Mouton, Berlin 2015, S. 1627â1670. doi: 10.1515/9783110429343.
cite-note-4848. â Karin Kipper, Anna Korhonen et al.: A large-scale classification of English verbs. In: Language Resources & Evaluation 42 (2008), S. 21â40. doi:10.1007/s10579-007-9048-2
cite-note-4949. â Sabine Schulte im Walde: Experiments on the Automatic Induction of German Semantic Verb Classes. In: Computational Linguistics, 32-2 (2006), S. 159â194. Siehe S. 159.
cite-note-5050. â GermaNet Uni TĂźbingen, abgerufen am 8. September 2022.